In den letzten Monaten wurde im EU-Parlament über einen europaweiten Uploadfilter Abgestimmt. Hier sollten Filter (Algorithmen und KI)  beim hochladen darüber entscheiden ob ich als User grade ein urheberrechtlich geschütztes Werk auf eine Seite oder Netzwerk hochladen will oder einen Link zu einem geschützten Inhalt teile. Klar hier gibt es viele Interessen zu beachten und diese Interessen werden bestimmt auch durch viel Lobbyarbeit vorangetrieben. Jeder kann verstehen das die großen Verlage wollen das man den super interessanten oder investigativ aufwändigen und teuer recherchierten Beitrag auf der eigenen Seite ließt und so durch die eingeblendete Werbung wieder Geld rein kommt. Funktioniert nur leider nicht wenn am Ende Google und Bing die große Knete machen da der Beitrag ja ohne die Suchfunktionen und Suchfilter der Suchmaschinen erst gar nicht gefunden werden. Genauso ärgerlich ist es wenn der auf Facebook und Twitter geteiltes, gar nicht mehr außerhalb der Netzwerke angeschaut wird. Dieser ganze umstand hat über die Jahre auch dazu geführt das ganze Generationen sich gar nicht mehr über Zeitungsabos Informieren sondern alles bei Google, MSN… kostenlos konsumieren. Ich muss mich da ganz klar auch zu dieser Generation bekennen. Ich würde heute nie auf die Idee kommen ein Zeitungsabo abzuschließen. Mir fällt da immer der Spruch ein „in der Zeitung von Morgen Stehen doch nur die Google News von heute“. Dazu kommt der Umstand das viele Lokalzeitungen bereits fusioniert sind mit dem Ergebnis das die Lokalseiten immer kleiner wurden oder die Verlage einfach dicht gemacht wurden.

Beim Fernsehen sieht die Situation anders aber ähnlich aus. Die öffentlich rechtlichen Fernsehsender fühlen sich im digitalen zeitalten durch Restriktionen aus dem Staatsvertrag ins abseits gedrängt und dabei haben Sie sowieso schon seit Jahren das Gefühl die junge Generation nicht mehr zu erreichen. Ich gebe gern zu das ich sehr viel öffentlich rechtlichen Schaue aber immer seltener im „richtigen“ Fernsehkanal (Über Kabel, Satellit…). Ich schaue mir die Sendung („wann ich will“) einfach über die Mediatheken der Sender an und wenn Sie es da aus rechtlichen gründen nicht mehr zeigen „verfügbar“ lassen dürfen, dann halt über YouTube. Grade diese Sendungen die von anderen Menschen auf YouTube hochgeladen werden kann ja nicht im Sinne des Senders sein, wird aber überwiegend geduldet da man z.B. beim ZDF durchaus Verständnis für diese Praktik hat. Hier ist aber dann auch wieder das Ergebnis das YouTube also Google an den „fremden“ Inhalten profitiert und das Geld verdient.

Keine Frage ich habe Verständnis dafür das der Inhalt der mit vielen Ideen und Arbeitseinsatz hart erarbeitet wurde oder im investigativen Beriech auch schon mal unter Lebensgefahr Recherchiert wurde am ende nicht Honoriert wird und andere die lediglich den Content verlinken damit Geld machen. Anders herum ist wohl heute kaum einer bereit für einen hochwertigen Bereich der Suchergebnisse bei Google Geld zu bezahlen. Selbst ich hab vor Jahren mal vor der Seite der Stiftung Warentest gestanden und kam ohne Bezahlung nicht an den Text. Umgekehrt kann sich wohl auch kein Zeitungsabonnent vorstellen das die Zeitung kostenfrei zur Verfügung steht. Den jeder weiß das dann kaum noch Inhalt da ist aber die Zeitung fast nur aus Werbung besteht. Dazu kommt heute der Umstand das die grenzen zwischen Werbung und echtem Inhalt kaum noch auseinander zu halten sind. Trotz das Werbung eigentlich klar gegenzeichnet sein muss, merkt man oft erst am ende eines Textes das der Inhalt eigentlich nur Sponsoring war.

Ich finde es dennoch gut das dieses Gesetz zur Wahrung des Urheberrechts nicht durchgegangen ist. Hätte es doch einen erheblichen Anteil des Netzes wie wir es jetzt kennen verändert. Da währe wahrscheinlich ein kleiner Text über eine lustige Situation mit einem Markenprodukt das man mal eben Posten wollte zum großen Problem geworden. Wenn die Zensierung durchgreift würde es sicher wieder dazu führen das viele Menschen andere Wege finden um sich auszutauschen ohne durch die Filter der Großen geblockt zu werden.

Bleibt für mich am ende dieser Überlegungen nur eins festzustellen. Die großen Verlage und Sendeanstalten müssen ihr Konzept der Digitalen-Zeit schleunigst vollumfänglich aktualisieren und neue Wege der Monetarisierung finden. Bevor Sie von der Konkurrenz weggefegt werden. Auch der Gesetzgeber muss diesem Wandel mehr als schleunigst Nachbesserungen und Regeln im Sinne der Informationsfreiheit und Marktwirtschaft auf den Weg bringen.

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